Montessoripädagogik

Vor ca. hundert Jahren entwickelte Maria Montessori ihr pädagogisches Konzept, dessen Ideen bis heute weltweit geliebt und praktisch umgesetzt werden. Das Zusammenspiel von drei Dimensionen macht die Montessoripädagogik so besonders: In der Grundschule geht es um den Raum, also die Lernumgebung, die Materialien und die Rolle der Lernbegleiter*innen.

Die Räumlichkeiten in der Schule sind wohnlich, gemütlich und gleichzeitig übersichtlich und ansprechend strukturiert und gestaltet. In verschiedene Sachgebiete unterteilt, bieten die Räume unterschiedliche Lernorte.

Die leichten Möbel dürfen verstellt und neu angeordnet werden, um Einzelarbeit oder das Lernen in Gruppen zu ermöglichen. Es kann im Stehen oder Sitzen gelernt werden. Typisch sind die kleinen Arbeitsteppiche, die sich die Kinder auf den Boden legen, um die Materialien dort zu nutzen.

Die Kinder entwickeln die Fähigkeit sich rücksichtsvoll in den Räumen zu bewegen. Im Zuge der Freiarbeit bestimmen die Schüler*innen in dafür vorgesehenen Zeiträumen größtenteils selbst, welchen Aufgaben sie ihre Aufmerksamkeit schenken und in welcher Form sie das tun. Die klaren Strukturen der Themenbereiche und die festen Plätze der Materialien in den Regalen helfen den Schüler*innen, sich in der Schule selbst zu organisieren und zu orientieren.

Die Materialien wurden ursprünglich für den heilpädagogischen Bereich entwickelt. Sie bieten aber allen Kindern -auch Hochbegabten- die optimalen Voraussetzungen, um sich ihren Fähigkeiten entsprechend damit auseinanderzusetzen. Die Sinne werden im Umgang mit den Montessorimaterialen aktiviert, somit kann Wissen nicht nur abgespeichert werden, sondern es ist zu sehen, zu hören oder zu begreifen, was uns ein Thema mitzuteilen hat.

Um die Kinder in die Materialien einzuführen, finden Darbietungen statt, sowohl in der Gruppe als auch einzeln. Die Kinder lernen jedoch nicht nur von den Lehrer*innen und Erzieher*innen, sondern auch von anderen Kindern und durch Beobachten. Die Materialien haben eine praktische Fehlerkontrolle, mit der jedes Kind selbst entscheidet, wann und ob es sich kontrolliert, ohne zwangsläufig auf Hilfe angewiesen zu sein.

Das aufmerksame Beobachten der Kinder hat in der Montessoripädagogik einen sehr hohen Stellenwert. Die Lernbegleiter*innen erlernen und vertiefen ihre Kompetenzen nicht nur beim Beobachten, sondern auch darin, sich zurückzuhalten und somit den Kindern die Gelegenheit zu geben, in ihrem Tempo Lösungen zu suchen.

Wichtig ist, dass die Begleiter*innen darin geschult werden zu erkennen, wann ihre Unterstützung notwendig ist. Die freie Wahl und das eigenständige Lernen fällt einigen Kindern leichter, andere Kinder fühlen sich von dem reichhaltigen Angebot überfordert. In dem Moment ist es notwendig und sinnvoll, dass die Lehrer*in gezielt Angebote macht, um die Wahl etwas einzuschränken und zu vereinfachen.

Durch Angebote und Darbietungen werden die Kinder inspiriert und eingeladen, Themen zu entdecken und in Tätigkeiten aufzugehen.

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